Mutige Schritte gegen Wohnungsnot

Einige verantwortungsvoll und sozial denkende Bürger gründen im Juni 1948 die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft eGmbH Alsfeld.

Ein mutiger Schritt in diesen frühen Nachkriegsjahren, denn öffentliches und privates Kapital sind genauso knapp wie Baumaterial, aber auch ein notwendiger, angesichts der herrschenden Wohnungsnot.Sandweg 8/10

Die Bevölkerungszahlen explodieren. Mehr als 20.000 aus ihrer Heimat vertriebene Menschen suchen allein im Kreis Alsfeld Zuflucht. Nach allem erlebten Leid und den Strapazen der Flucht benötigen die Entwurzelten nichts so sehr wie ein Doch über dem Kopf.

Wohnraum, im zerstörten Nochkriegsdeutschland ein äußerst knappes und kostbares Gut, unterliegt seit März 1946 den Gesetzen der alliierten Kontrollbehörde. Aller vorhandener Wohnraum ist von staatlichen Wohnungskommissionen zu erfassen und den Wohnungsämtern zu melden.
Per Zwangseinweisung in private Wohnungen erfolgt die Unterbringung der Flüchtlinge, wobei jeder Person nur 6 qm Wohnfläche zugestanden werden.

Das Schicksal der vertriebenen Menschen, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, ruft bei der alteingesessenen Bevölkerung zwar Mitleid hervor, die extrem beengten Wohnverhältnisse führen jedoch auch zu sozialem Brennstoff.

Den Menschen ein eigenes Zuhause geben zu können, ist das wichtigste und stärkste Motiv, das die Gründerväter der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft Alsfeld im Jahre 1948 handeln lässt.

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